Sendschreiben – Ist das jetzt dran?

Diese Frage haben wir uns im Hauskreis gestellt. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Themen der einzelnen Sendschreiben in die aktuelle Situation der Gemeinde aber auch in die aktuelle Zeit passen.

Im Nachgang habe ich weiter über die Aktualität der Sendschreiben nachgedacht und möchte meine Gedanken teilen:

Das erste Sendschreiben zum Thema Barmherzigkeit passt in eine Zeit, in der jeder zuerst seinen eigenen Vorteil sucht. Damit dieses Verhalten keinen Einzug in die Gemeinschaft von Christen findet – deren Verhalten ja von gegenseitiger Liebe bestimmt sein soll – ist das Thema Barmherzigkeit aktueller denn je. Und dabei ist es erst einmal egal, ob ich die Aufforderung, barmherzig zu sein, auf meine Geschwister im Glauben oder auf die Menschen in meiner Umgebung beziehe. In beiden Fällen will ich mir an Jesu Barmherzigkeit ein Beispiel nehmen. Aber das erste Sendschreiben ging noch weiter. Es ging auch um die Frage, wen ich zum Maßstab setze. Bin ich der Maßstab, an dem alle in meinem Umfeld sich messen müssen, oder gibt es einen besseren Maßstab? Das Sendschreiben lässt sich aus meiner Sicht mit einer Aussage von Rolf gut zusammenfassen: „Wir stehen nicht über, sondern neben Sündern.“

Das zweite Sendschreiben „Ein Licht sein“ baut gewissermaßen auf dem Thema auf. Ich will nicht nur barmherzig sein, um einen Gegenpol zu setzen, sondern um auf etwas Größeres – Gott in mir -hinzuweisen. Zusätzlich motivierte das Sendschreiben einige aus unserer Gemeinde, ihre Komfort-Zone zu verlassen und zu schauen, welche Menschen im Umfeld der Gemeinde und im Umfeld der Gemeindemitglieder Licht brauchen. Auch das geht am besten mit Barmherzigkeit. In der aktuellen Zeit, wo viele von Sorgen und Nöten gequält werden, ist das Licht, das wir weitergeben können, von großer Wichtigkeit. Wo leuchte ich?

Im dritten Sendschreiben „auf Augenhöhe“ richtet sich der Blick wieder mehr nach innen. Wie sehe ich mich im Verhältnis zu meinen Geschwistern, aber auch zu den Pastoren und der Gemeindeleitung? Gerade vor dem Hinblick der ausstehenden Pastorenberufung dieses Jahr und der Ältestenwahl nächstes Jahr eine wichtige Frage. Aber auch hier geht es noch tiefer: Wen mache ich für mein geistliches Wachstum und die Entwicklung der Gemeinde verantwortlich? Sind wir auf Augenhöhe, kann ich die Verantwortung für mein Glaubensleben nicht an den Pastor abgeben und auch bei der Entwicklung der Gemeinde und einem geistlichen Aufbruch sollte ich dann meinen Teil beitragen. Aber bei dem Thema gibt es einen weiteren Aspekt: Wie gehe ich mit Korrektur um und wie gebe ich Korrektur weiter? Ich will mich fragen, was mir meine Mitmenschen bedeuten. Wenn sie mir etwas bedeuten, sollte ich sie auf ihre Fehler hinweisen, solange die Konsequenzen noch überschaubar sind. Umso länger ich meine Geschwister in dem Glauben lasse, keine Fehler zu machen, umso größer kann der Schaden werden, den sie anrichten. Aber auch andersherum möchte ich eine offene Haltung für Korrektur und Kritik entwickeln. Nur so kann ich mich ändern.

Zwischen den Themen der Sendschreiben lassen sich Verknüpfungen finden. Korrektur sollte immer von Barmherzigkeit geprägt sein, um nicht zum Rat-SCHLAG zu werden. Das Licht, das wir weitergeben, sollte von Barmherzigkeit begleitet werden, um nicht wie ein Feuer zu verbrennen. Wenn ich Licht bin, werden dunkle Ecken bei mir und in meinem Umfeld sichtbar, dann ist richtige Kritik an der Zeit. Ich bin auf die nächsten Sendschreiben gespannt und freue mich, die positiven Veränderungen aus der Beschäftigung mit aktuellen Themen bei mir und in der Gemeinde zu sehen.

Eine Antwort auf „Sendschreiben – Ist das jetzt dran?“

  1. Vielen Dank, Jens-Christoph, für deine prägnante und treffende Zusammenfassung der ersten drei Monate der Sendschreiben-Predigt-Reihe!

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