Zwei Väter sind zumindest einer zu viel

Es ist Sommer, Juli 1505, als Martin Luther mit düsteren Gedanken von einem Besuch im elterlichen Haus in Mansfeld nach Erfurt zurückkehrt. Mit seinem Vater liegt er überquer. Der  bedrängt ihn hart. Luther soll Jura studieren, den elterlichen Betrieb übernehmen. Da gerät Martin in ein furchtbares Unwetter. Der Wind knickt Bäume wie Streichhölzer, Äste und Knüppel stürzen herab, knapp neben Martin schlägt ein Blitz ein. Der ohnehin seelisch aufgewühlte junge Mann schreit in Panik und  Todesangst einen Schwur heraus. Gott, verschone mich! Dann gehe ich für dich ins Kloster! …

Luther kämpft gegen die Autorität seines leiblichen Vaters und unterwirft sich der Autorität des himmlischen. Nicht freiwillig, nicht aus Liebe, nichtmals aus Überzeugung. Martins Motiv ist die pure Angst. Gleich gegen zwei Väter zu streiten, ist ihm mindestens einer zu viel. Von nun an wird Luther alles daran setzten Gott zu gefallen, sich nichts zu Schulden kommen zu lassen, auch wenn er sich dabei selbst an Leib und Seele zugrunde richtet. Martin meinte Gott sei hinter ihm her, wolle ihn strafen, verlange das Opfer der Unterwerfung. Die Sache mit dem Blitz war ihm dafür Beweis genug. – Welch ein Irrtum! Denn es gilt nicht einen zornigen Gott zu versöhnen.

„Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung anvertraute.“ (2.Kor.5,19)

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