Rose im Dezember

Uns modern denkenden und glaubenden Menschen ist oftmals die Dimension des Geheimnisses abhanden gekommen. Wir haben die Fähigkeit zu staunen verloren. Anderes bekennt der Glaube …

Damit hatte ich nun überhaupt nicht mehr gerechnet. In unserem Garten blühen Rosen! Eigentlich nichts Besonders, aber zu dieser Jahreszeit doch etwas ungewöhnlich. Ich staune über die Rose im Dezember und ihren wunderbaren Duft.

Gewöhnlich staunen wir wenig. Erstaunliche Dinge erklären wir uns mit dem Verstand und nicht mit einem Wunder. Wie oft gilt das auch für unsere Gebete? Vergleichbar einer Kugel, die auf schmalem Grat rollt, erwarten wir, dass sie entweder zur Linken oder zur Rechten herunterfallen wird. Dabei geht uns die Dimension des Geheimnisses verloren. Anstelle dessen jagen sich die Deutungsmöglichkeiten. Anderes bekennt der Glaube: Gott sieht, hört, spricht, liebt, handelt! So bekennt es Hagar, die in großer Verzweiflung in die Wüste floh: El roi! „Gott sieht mich!“ (1.Mose 16,13) Weil dem ursprünglichen hebräischen Konsonantentext erst später Vokale hinzugefügt wurden, können die Worte aber auch noch anderes aussagen. Dann ist die Bedeutung: “Gott ist Hagar erschienen.”

Von beiden Wundern erzählt die Weihnachtszeit. Gott ist es, der dich sieht und dir in seinem Sohn erscheint

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